AUF DEN SPUREN VON HERMANN HESSE

In Zeiten der Pandemie ist es auch für die Schulen nicht so einfach, Exkursionen oder Studienfahrten zu unternehmen, zumal den geltenden Hygienevorschriften Rechnung getragen werden muss. – Doch was tun? Alles nur ruhen lassen? In begrenztem Umfang sind Ausflüge für Schulklassen eintägig jedoch noch machbar.

So unternahm das SGGG 13/1 der Beruflichen Schulen Achern neulich einen Ganztagesausflug in das Schwarzwaldstädtchen Calw, das bekannt für seine gut erhaltenen Fachwerkgebäude, welches aber vor allem auch die Heimatstadt des berühmten Dichters Hermann Hesse ist.

Dessen Roman „Der Steppenwolf“ gehört derzeit zu den Pflichtlektüren für die Vorbereitung der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Deutsch. Ein Museumsbesuch mit einer Schulkasse ist jedoch unter den gegebenen Bedingungen der Corona-Krise nicht so ohne Weiteres planbar, da die Museen derzeit nur kleine Besuchergruppen zulassen. Freundlicherweise machte das Hermann-Hesse-Museum der Stadt der Klasse ein Angebot: Am regulären Schließtag öffnete es seine Pforten nur für die Klasse. So war es möglich, dass die Gruppe in zwei Schichten das Museum besuchen konnte.

Frau Schneider, die die Führung leitete, kannte sich sehr gut in der Biographie des Autors Hermann Hesse aus und erzählte den Gruppen auf sehr lebendige Art und Weise, wie z.B. seine Kindheit und Jugendjahre verliefen, sie sprach über seinen Konflikt mit den Eltern, seine psychisch anstrengenden Jahre, die er als Student im streng organisierten evangelisch-theologischen Seminar Maulbronn zubrachte, die ihn zur Erzählung „Unter`m Rad“ inspirierten, seine Reisen nach Indien und seine zwiespältige Rolle als Familienvater. Dem Roman „Der Steppenwolf“ war ein eigenes Zimmer gewidmet, das die Entstehungsgeschichte dokumentierte und auch das „Magische Theater“, das in diesem Werk vorkommt, visualisierte. Zahlreiche Fotos und handschriftliche Briefe, die z.B. Hesses Reise nach Indien oder sein Leben im Tessin, seine zwiespältige Rolle als Familienvater dokumentierten, trugen dazu bei, dass für die Schüler und Schülerinnen Literaturgeschichte lebendig wurde. Während die eine Gruppe das Museum besuchte, verweilte sich die andere Gruppe in dem von Schülern des Hermann-Hesse-Gymnasiums angelegten Literaturgarten. Ein Reigen von Gedichten, die vor allem die Natur, das Reisen und die Seele des Menschen zum Thema hatten, inspirierte die Schülerinnen und Schüler dazu, sich vertieft mit Hermann Hesse und seinem Werk auseinanderzusetzen. Darüberhinaus konnte sich die Klasse während eines literarischen Spaziergangs in der Innenstadt, welcher autodidaktisch mithilfe von informativen Broschüren durchgeführt werden konnte, mit der Stadtgeschichte Calws und den Lebensstationen des Dichters Hesse befassen.

„Wir haben das Beste aus der Situation gemacht“, lautete das Fazit der Klasse und ihren Begleitlehrern Birgit Wild-Peter und Christian Bär, als der Ausflug nach Calw

sich dem Abschluss zuneigte. 

Zusammengefasst von Birgit Wild-Peter