Remanufacturing: Nachhaltigkeit im Tunnelbau hautnah erlebt

(Pn/Kortz) Im Rahmen einer Exkursion besuchte der Sozialmanagement-Kurs des Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasiums der Beruflichen Schulen Achern gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Herrn Melle am 14. Januar das Unternehmen Herrenknecht AG in Kehl. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in das Thema Remanufacturing und in die nachhaltige Wiederaufbereitung von Tunnelvortriebsmaschienen.

Früh am Morgen traf sich die Gruppe am Bahnhof in Achern und fuhr gemeinsam nach Kehl. Nach der Ankunft am Bahnhof wurden die Teilnehmenden mit einem Shuttle abgeholt und erreichten gegen 9 Uhr das Remanufacturing-Center des Unternehmens. Vor Ort wurden sie von Herrn Kortz, dem Leiter des Rebuild- und Remanufacturing-Zentrums, sowie seinem Kollegen Herrn Schulze begrüßt.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler einen informativen Einführungsvortrag über die Herrenknecht-Gruppe. Dabei wurde deutlich, dass das Unternehmen weltweit zu den führenden Herstellern im maschinellen Tunnelbau gehört und an zahlreichen internationalen Standorten vertreten ist. Vorgestellt wurden auch die wichtigsten Tätigkeitsbereiche des Konzerns, darunter Projekte in den Bereichen Wasser, Energie, Bergbau, Rohrleitungsbau sowie Infrastruktur für Transport und Mobilität. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle moderner Technologien im Tunnelbau. Die Referenten erklärten, wie Innovationen, Automatisierung und effiziente Bauverfahren dazu beitragen, den Bau von Tunneln weltweit weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wurde gezeigt, welche Bedeutung Nachhaltigkeit in der Branche zunehmend gewinnt.

Anschließend erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Wirtschaftskreislauf des Unternehmens. Am Beispiel einer wiederaufgebauten Tunnelbohrmaschine wurde erläutert, wie aufwendig die Aufarbeitung solcher Großmaschinen ist und welche technischen und organisatorischen Kompetenzen dafür erforderlich sind. Daraufhin wurde der Standort Kehl genauer vorgestellt. Die Anlage besteht aus mehreren Werken mit unterschiedlichen Aufgaben: In Werk 1 befindet sich die zentrale Rebuild-Halle, in der gebrauchte Maschinen umfassend überarbeitet werden. Werk 2 übernimmt die Logistik und sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Prozesse. Werk 3 ist für die Oberflächenbehandlung zuständig und stellt sicher, dass die Bauteile sowohl technisch als auch optisch den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Erklärung der Unterschiede zwischen Rebuild, Refurbishment und Remanufacturing. Besonders das Remanufacturing gilt als besonders nachhaltiger Ansatz, da hierbei viele Bauteile wiederverwendet und Maschinenlebenszyklen deutlich verlängert werden. Dadurch können Ressourcen geschont und der CO₂-Ausstoß reduziert werden.

Zum Abschluss der Exkursion folgte eine Führung durch die Hallen des Standorts. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler aus nächster Nähe beobachten, wie die großen Tunnelvortriebsmaschienen zerlegt, geprüft und wieder aufgebaut werden. Die beeindruckenden Dimensionen der Anlagen und die präzisen Arbeitsschritte vermittelten einen Eindruck von der technischen Komplexität und dem nachhaltigen Anspruch der Arbeit im Remanufacturing-Center.

Die Exkursion bot den Jugendlichen spannende Einblicke in eine innovative Branche und zeigte anschaulich, wie Industrieunternehmen durch moderne Technologien und nachhaltige Verfahren einen wichtigen Beitrag zum ressourcenschonenden Infrastrukturausbau leisten können.


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